Hand in Hand Wiesbaden e.V.
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Projektbeschreibung: "Hand in Hand für Aids-Waisenkinder in Swasiland / Afrika"

Nach einer gründlichen Erkundung der Gesamtsituation des Königreich Swasiland, hat der Hand in Hand e.V. Wiesbaden im Jahr 2005 beschlossen, folgende Projekte im Land durchzuführen um die traditionellen Auffangsystem für Waisenkinder zu stärken und zu unterstützen:

1. Bau von Waisen-Betreuungspunkten (NCP - Neighborhood Care Points)

Waisenbetreuungspunkte sind Gebäude zur Verpflegung, Betreuung und Unterrichtung von AIDS- Waisenkindern und Kindern aus sehr armen Familien, durch die Dorfgemeinschaft selber.

Sie beherbergen eine traditionelle Küche, einen Lagerraum zur Aufbewahrung von Lebensmitteln und Schulmaterial, sowie eine überdachte Fläche als Speiseraum, der auch als Klassenraum für eine informelle Schule benutzt wird.

Die Gebäude werden in einem haltbaren, einheimischen Stil errichtet.
Ein regulärer Hand in Hand e.V. NCP besteht aus einem Betonboden, gemauerten Wänden und einem Metalldach. Die Größe variiert zwischen 60 und 112m², abhängig von der Anzahl der zu betreuenden Kinder.
Die Gebäude sind auf ca. 900m² eingezäunt. Es werden Gemüsegarten angelegt, auf dem die Kinder die Grundlagen der Landwirtschaft erlernen können. Auf dem Grundstücken werden Obstbäume gepflanzt und ein kleine Spielplätze angelegt.

Der Bau der NCP wird von engagierten Mitgliedern der Dorfgemeinschaft unter Aufsicht und Anleitung des Hand in Hand e.V. Wiesbaden in Eigenleistung ausgeführt.

In dieser Einrichtung kommen, nach Absprache mit dem Dorfvorsteher, jeden Tag freiwillige Frauen der Dorfgemeinschaft zusammen um den Waisenkindern des Dorfes eine warme Mahlzeit zuzubereiten.
Gekocht werden hierfür Maismehl und Trockenbohnen, die das Welternährungsprogramm der vereinten Nationen zur Verfügung stellt oder, wenn möglich, von der Dorfgemeinschaft gestellt werden.

Die Waisenbetreuungspunkte werden von einheimischen Laienlehrern als informelle Schulen genutzt, um den Kindern, die kein Geld haben eine kostenpflichtige staatliche Schule zu besuchen, eine Ausbildung in den grundlegenden Überlebenskenntnissen und eine sexuelle Aufklärung zu bieten.

Je nach Bedarf werden diese "Hand in Hand - Einrichtungen" auch für andere gemeinschaftliche Zwecke wie HIV-Tests, Gesundheitsuntersuchungen, AIDS-Aufklärung und Councelling genutzt.

2. Bau von kleinen Häusern für bedürftige Familien und zur Unterstützung der traditionellen Waisenbetreuung

 Bau einfacher Häuser im landesüblichen, preisgünstigen Stil.
Größe ca. 4x4 m, ein Fenster, eine Tür, ein Metalldach mit Dachrinne und Regenwasserauffangbehälter.

Zielgruppen sind Familien mit vielen Kindern / Waisenkindern, die in maroden zerfallenen Hütten wohnen müssen und Dorfvorsteher, die traditionell alle Waisenkinder ihres Dorfes bei sich aufnehmen, die keine eigenen Familien mehr haben.

- Hilfe bei der Selbstversorgung der Familien, durch Beschaffung von Saatgut und Beratung in Landwirtschaftlicher Sicht.

3. Projekt "Spielend lernen"

Im Rahmen des Projektes Hand in Hand für AIDS-Waisenkinder in Swasiland / Afrika wurden bis 2011 insgesamt 100 sog. NCP-Neigborhood Care Points (Aids-Waisenkinderbetreuungspunkte) errichtet.


Um die Benachteiligung der in Armut lebenden Aids-Waisenkinder in Bezug auf Entwicklungsmöglichkeiten auszugleichen, hat der Hand in Hand e.V. in Zusammenarbeit mit der lokalen Schwesterorganisation “Hand in Hand Swasiland” das Unterprojekt “Spielend lernen” in die Welt gerufen.


Dieses Projekt sieht die Errichtung von Spielplätzen an allen Hand in Hand NCPs vor. Zudem werden alle Betreuungspunkte mit Tischen und Stühlen, sowie mit zusätzlichem Lernmaterial ausgestattet.


Die Spielplätze erfüllen alle nötigen Eigenschaften, die eine einwandfreie motorische und sensorische Entwicklung der Kinder ermöglichen.

Mit der Ausbildung der ehrenamtlichen Betreuer an den NCP, wird ein gleichmäßiger Standard in der Ausbuldung und Betreuung der Aids-Waisenkinder garantiert.

4. MobiDiK - Mobiler (Gesundheits-)Dienst für Kinder

Im Rahmen des Projektes „Hand in Hand für Aids-Waisenkinder in Swasiland / Afrika“ wurden seit dem Jahr 2005 bis 2011 über einhundert sog. Aids-Waisenkinderbetreuungspunkte (NCP - engl. Neighborhood Care Points) gebaut.

Diese Betreuungspunkte sind von HAND IN HAND errichteten Dorfzentren, die die Versorgung der Aids-Waisenkinder durch die Dorfgemeinschaften selber  ermöglichen.
In den Hand in Hand-NCPs werden zur Zeit bereits mehr als 6000 Aids-Waisenkinder täglich durch die jeweiligen Freiwilligen mit Nahrung und Schulbildung versorgt.

Auf Grund der schlechten medizinischen Grundversorgung in Swasiland sterben viele dieser Kinder an banalen Erkrankungen, wie z.B. einfachen Infektionen, Durchfällen und auch Mangelernährung. Die Versorgung bei ansteckenden Krankheiten wie Tuberkulose und HIV ist zumeist ebenfalls nicht gewährleistet.

In Swasiland gibt es ein Gesundheitssystem, dass auf Polikliniken im  ländlichen Raum aufbaut. Diese Kliniken werden zumeist ohne ärztliche und medikamentöse Versorgung, von unzureichend ausgebildeten  Krankenschwestern betrieben. Die Versorgung mit Medikamenten ist schlecht und ärztlichen Beistand gibt es nicht.
Die Fahrt zum nächsten Krankenhaus und die dort anfallenden Gebühren sind für die meisten Aids-Waisenkinder nicht zu bezahlen. Mit dem Projekt “MobiDiK” – Mobiler Dienst für Kinder, soll der Gesundheitszustand der Aids-
Waisenkinder und deren Betreuer an den Hand in Hand-NCPs nachhaltig verbessert werden.

Im Rahmen dieses Projektes soll ein ehrenamtlicher deutscher Mediziner in Swasiland einen mobilen Gesundheitsservice aufbauen.

Dieser Dienst wird in regelmäßigen Abständen jeden Hand in Hand – Aids-Waisenkinderbetreuungspunkt mit einem entsprechend ausgestatteten Ambulanzfahrzeug anfahren und dort akute Gesundheitsprobleme behandeln.

Mit dem Bau eines Stützpunktes wird ein Gebäude errichtet werden, das dem Arzt eine Unterkunft bietet, ein Sprech- und Wartezimmer, sowie Lagerräume für Medikamente und Ausrüstungsgegenstände beherbergt.

Im Verlauf des Projektes ist die Erweiterung der angebotenen Leistungen auf regelmäßige Impfmaßnahmen, Schulung der Betreuer und Unterstützung der Verbesserung des lokalen Klinikangebots vorgesehen.

Im Anfangsstadium mit einem ehrenamtlichen Arzt, einer gut ausgebildeten  Krankenschwester, sowie einem ortskundigen und in erster Hilfe  ausgebildeten Fahrer sollen ca. 1000 Aids-Waisenkinder erreicht werden.

Mit der späteren Erweiterung auf weitere Fahrzeuge sollen dann alle in Hand in Hand-NCPs betreuten Kinder von der Mobilen Gesundheitsversorgung  profitieren können.

5. Farmprojekt Beginsel Nkhungwini

Das Farmprojekt Beginsel Nkhungwini  ist die Antwort auf eine unregelmäßige Nahrungsmittelversorgung der AIDS-Waisenkinderbetreuungspunkte des  Hand in Hand e.V. Wiesbaden in Swasiland / Afrika.
Seit dem Start des Projektes "Hand in Hand für AIDS-Waisenkinder in Swasiland / Afrika" im Jahr 2005, hat der Verein Hand in Hand e.V. Wiesbaden bereits einhundert sog. NCP-Neighborhood Care Points errichtet und versorgt damit täglich über 6000 AIDS-Waisenkinder mit Nahrung, Schulbildung und sozialem Kontakt.

Jeder dieser NCP verfügt über die Möglichkeit ein Gemeinschaftsfeld zu bewirtschaften und so die Nahrungsmittel für den Betreuungspunkt selber herzustellen. Viele der NCP liegen in Landesteilen, die immer wieder von langanhaltenden Dürren heimgesucht werden und die auf Grund von fehlenden Wasserressourcen keine Ernteergebnisse erzielen können.

Diese NCP haben wir in Zusammenarbeit mit UNICEF an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) angeschlossen.
In der Regel erhalten die Betreuungspunkte somit Nahrungsmittellieferungen, die den Bedarf der AIDS-Waisenkinder decken sollen.

Leider kommt es immer wieder vor, dass es sowohl aus organisatorischen Gründen, aber vor allem aus Nahrungsmittelknappheit, keine Lebensmittel von WFP geliefert werden können.

Aus diesem Grund hat sich der Hand in Hand e.V. Wiesbaden entschlossen ein Farmprojekt zur zentralen Produktion von Mais, Bohnen und Gemüse zur Versorgung der Betreuungspunkte in die Welt zu rufen.
In Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Partnerorganisation HAND IN HAND SWAZILAND wurde ein 25 Hektar großes Landstück gepachtet, auf dem Nahrungsmittel hergestellt werden.
Das Landstück liegt im Gebiet Shiselweni und verfügt ganzjährig über eine Bewässerungsmöglichkeit durch einen angrenzenden Fluss und ist über eine Schotterstrasse gut erreichbar.
Die Errichtung der benötigten Zaun- und Bewässerungsanlage, sowie die Bewirtschaftung der Felder erfolgte durch freiwillige Helfer der umliegenden Gemeinden.
Hierzu wurden Versammlungen der zuständigen Dorfvorsteher und der Dorfältesten einberufen.
Die Dorfgemeinschaften hatten bereits im März 2006 ein NCP-Komitee gegründet und boten bereitwillig die Hilfe für das große Projekt an.
Im Januar 2007 startete eine Delegation unserer Organisation die ersten Vorgespräche in Nkhungwini. Die stets vollständig anwesenden Komiteemitglieder zeigten von Anfang an großes Interesse.
Nachdem die örtlichen Dorfvorsteher dem Projekt einen Pachtgrund schriftlich zugesichert hatten und alle Kriterien des Hand in Hand e.V. erfüllt waren, wurde am 10.11.2007 der Start des Farmprojekt  Beginsel Nkhungwini beschlossen.
Die Farm wurde aud 250.000m² eingezäunt, es wurden Strassen und Wege angelegt und eine Bewässerungsanlage installiert. Zur Lagerung des Saatguts, der Dünge- und Pflanzenschutzmittel und letztlich der Ernte wurde ein Farmgebäude errichtet. Hier wurde auch eine Maismühle installiert.
Zur Bewirtschaftung der Farm wurde neben den landwirtschaftlichen Werkzeugen auch zwei Traktoren mit Anbaugeräten angeschafft.
Die Farm wird von dem Managing Director des HAND IN HAND Swaziland, Herrn Tihlobotakhe Zulu persönlich geleitet. Herr Zulu studierte an der University of Swaziland Landwirtschaft und ist für dieses Projekt sehr gut qualifiziert.
Neben den freiwilligen Hilfskräften der angrenzenden Gemeinden werden zwei Farmarbeiter ganzjährig beschäftigt, die zur Ernte von weiteren Hilfskräften unterstützt werden.

Die erwirtschafteten Nahrungsmittel der Beginsel Nkhungwini Farm werden ausschließlich zum Ausgleich von Versorgungsengpässen an den NCP dienen.
Überschüsse der Ernten werden auf einheimischen Märkten zu fairen Preisen verkauft. Die Verkaufserlöse werden zur Deckung der Betriebskosten und zur Errichtung weiterer AIDS-Waisenkinderbetreuungspunkte.  

6. "Einkommen schaffende Maßnahmen"

Seit 2009 wurden erfolgreich Pilotprojekte umgesetzt, die den ehrenamtlich arbeitenden Betreuern an den Hand in Hand-NCPs in Swasiland ein kleines Einkommen zur Sicherung der eigenen Existenz schaffen.
Nachdem die Pilotprojekte die gute Umsetzbarkeit und einen guten Verlauf zeigen, wird der Hand in Hand e.V. Wiesbaden in den kommenden Jahren, abhängig von zur Verfügung stehenden Spendengeldern, die Projekte erweitern.

Imkerei:Swasiland eignet sich in weiten Teilen des Landes sehr gut zur Produktion von Honig. Nun werden im Rahmen eines Pilotprojektes insgesamt zwanzig Frauen von zwei Hand in Hand-NCPs zu Imkerinnen ausgebildet. Diese bauen unter Anleitung ihre Grundausstattung an Bienenkörben und anderem Zubehör selber.
Es gibt eine Organisation in Swasiland, die unter dem Motto "Fair Trade" den Honig dieser Frauen zu einem guten Preis abkauft und weiterverarbeitet.
Somit soll bei Erfolg dieses Pilotprojektes, das Prinzip auf alle dafür geeigneten NCPs ausgeweitet werden.

Nähen: Hand in Hand unterstützte einige NCPs mit handbetriebenen Nähmaschinen, an den die ehrenamtlich arbeiteten NCP-Betreuerinnen angelernt werden. Es werden lokale Kleidung und Schuluniformen hergestellt.

Handarbeiten: Hand in Hand bietet mit den Aids-Waisenkinderbetreuungspunkten einen idealen Stützpunkt für Frauen, die Handwerksarbeiten fertigen wollen, um durch den Verkauf ein kleines Einkommen zu erzielen. Die NCP bieten trockene und abschließbare Arbeitsräume, wobei die Frauen zumeist den ganzen tag dort mit den zu versorgenden Kindern verbringen.

Vaseline: Vaseline ist ein oft benutztes Alltagsprodukt, dass sich mit kleinem Know How und mit wenig Aufwand leicht herstellen lässt. Durch den Verkauf erzielen die Frauen ein kleines Einkommen.