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Die Geschichte zum Projekt Erdbeben Türkei 1999

Am 17. August 1999 um 03:01 Uhr Ortszeit ereignete sich in der Nord-West-Türkei ein schweres Erdbeben mit einer Magnitude von 7,4 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag 11km südöstlich der Industriestadt Izmit. Zu den schwerst betroffenen Städten zählten unter anderem Izmit, Gölcük, Düzce und Adapazari.

Nach dem Bekanntwerden der Ausmaße der Zerstörungen und den damaligen Schätzungen der türkischen Behörden, daß bis zu 40.000 Menschen ums Leben gekommen sein sollten, bat die türkische Regierung die Welt um Hilfe.

Frau Ersin Müller, die heutige Vorsitzende des Verein Hand in Hand e.V. Wiesbaden, erfuhr durch die Medien von der Katastrophe. Frau Müller war sehr betroffen, da Ihr Geburtsort Adapazari in der Nähe des Epizentrum lag und ein Teil Ihrer Familie dort lebte.

Sie selbst ist in Adapazari geboren und hat selbst mehrere schwere Erdbeben in den Jahren 1957 (7,1 RS) und 1967 (7,2 RS) miterlebt. Dazu kam noch ein noch stärkeres Erdbeben mit 7,4 auf der Richterskale, welches Sie 1970 in Gediz (Westtürkei) miterleben mußte.

Frau Müller hat, wie viele andere Menschen, Angehörige, Bekannte, Freunde und Hab und Gut verloren. Selbst nach vielen Jahren, haben Sie die schrecklichen Erinnerungen nicht verlassen.
Mit dem Wissen um die katastrofale Lage vor Ort, wurde Frau Müller sofort nach dem Beben am 17.8.1999 tätig.

Es wurde unter der Schirmherrschaft von Karl Peter Bruch, damals Bürgermeister von Wiesbaden, eine Spendenaktion von Frau Ersin Müller ins Leben gerufen.
Sie flog dann am 22. September 1999 mit Herrn Michael Becker nach Istanbul, um von dort aus nach Gölcük (Epizentrum) zu gelangen.
Dort erwarteteten Frau Müller schrecklichste Bilder, die sie heute kaum in Worte fassen kann.
Sie fand eine Trümmerwüste vor. Es waren mehrere hunderttausend Menschen odachlos, übernachteten in selbstgebauten Zelten, vor den zerstörten Häusern oder in einer Zeltstadt des türkischen Militär. Viele der Menschen hatten Angehörige, Freunde oder Nachbarn verloren. Die Traurigkeit der Menschen und Ihre Trauer spiegelte sich in den Gesichtern wieder.

Frau Ersin Müller suchte nach einem Projekt, durch daß Sie einer größtmöglichen Anzahl von Menschen helfen konnte und wurde in einer Zeltstadt des türkischen Militär in Gölcük fündig.
In der Zeltstadt fehlten sowohl eine Großküche, als auch Heizungen in den Zelten, da ein schwerer Winter bevorstand.

Von den Spendengeldern kaufte Sie eine Großküche, welche sie an das türkische Militär für die Zeltstadt übergab. Sie stattete 160 der 300 Zelte mit Heizungen aus und übergab dem zuständigen Militärazt Medikamente und Verbandsmaterial.

Das in einer zweiten Spendenaktion gesammelte Geld brachte Frau Ersin Müller erneut nach Gölcük und unterstütze damit den Bau einer neuen Schule.

Sie flog dann erneut am 21. Januar 2000, nach einer dritten Aktion, zusammen mit Anny Ledig in das Katastrofengebiet. Sie brachten damals eine große Anzahl an Kinderbekleidungen, Kinderschuhe und –stiefel, sowie Medikamente in die Türkei und übergaben diese dort an notleidende Familien in Gölcük und Adapazari. Vom restlichen Geld kaufte Sie vor Ort Materialien des täglichen Gebrauchs und übergab es an bedürftige Familien.

Mit den letzten Spenden für die Erdbenopfer in der Türkei, hat Frau Ersin Müller ein Waisenkinderheim in Antalya unterstützt. In diesem Heim lebten viele Kinder, die beim Erdbeben 1999 Ihre Eltern verloren hatten. Frau Müller kaufte Materialien für Handarbeiten, damit sich das Heim durch den Verkauf der Handarbeiten selbst am Leben erhalten konnte. Sie unterstütze mit der letzten Spendenaktion im September 2000 dann noch die Erwiterung des Heimes.

Im Verlauf der Spendenaktionen, zu den sowohl Spendenaufrufe in der Presse, als auch Benefizveranstaltungen und Marktstände gehörten, wurden insgesamt 34.640 DM gesammelt und direkt, ohne Abzug vor Ort in die Türkei gebracht.



Alle Unkosten wurden von den Beteiligten selbst gertragen.